1 Woche, 3 Tage, fast 900 km

Geregelte Arbeitsverhältnisse sind eine ganz hervorragende Sache. Man hat seinen festen Platz, seine festen Abläufe und Strukturen und nur ganz selten mal bricht ein Tag aus der Routine aus.
So geschehen in der vergangenen Woche…

Der Titel des Posts verrät es schon ein wenig.
Am Dienstag Abend erreichte mich die Info, dass ich mal wieder zu einem Onsite Support Einsatz zum Kunden muss, nachdem ich die eineinhalb Wochen zuvor hauptsächlich theoretisch unterwegs war und mir Gedanken zu Prozessen und Wissensmanagement für die Kollegen gemacht hatte. Eigentlich sollte das eine willkommene Abwechslung sein.

Also, Mittwoch nach Frankfurt. Vom Ruhrgebiet aus jetzt nicht die weiteste Strecke, aber immer noch genug, dass ich das nicht als kleinen Hüpfer bezeichnen will. Dank der Verkehrslage und der Baustellen unterwegs war ich dann an dem Tag gut 8 Stunden alleine mit Fahren beschäftigt. Die reine Einsatzzeit in Frankfurt waren dann übrigens nur knapp über eine Stunde.
Da kommt doch Freude auf, selbst wenn man schon mal einen ähnlichen Einsatz gefahren ist.
Schwamm drüber… die ersten knapp 450 km waren da schon mal runter.

Der nächste Brecher kam dann am frühen Donnerstag morgen.
Ein Kollege ist ausgefallen, der Standort ist also ohne IT-Präsenz. Und dummerweise genau mein Einzugsgebiet.
Nach der Frankfurt-Tour war ich dann nicht sonderlich erpicht darauf, nach Köln zu gondeln. Das ist zwar wirklich nur ein Hopser, aber irgendwie reichten mir die 500 km vom Vortag noch.
Also kam es zur Absprache „Ich fahre im Notfall hin, aber ansonsten mache ich so viel wie möglich per Remote Support“. Pläne und Realität passten dann auch erstmal zusammen. Bis zum Mittag…
Da kam dann plötzlich die Info, dass im Laufe der Woche noch 3 Notebooks für neue Kollegen von Köln nach Bochum müssen. Donnerstags, 3 Notebooks, von einer Niederlassung zur nächsten… das überlassen wir keinem Lieferdienst, das ist zu riskant.
Also doch wieder ab ins Auto. Kaum hatte ich mein Equipment wieder eingepackt klingelte das Telefon. Der Ticket-Dispatcher… Ticket, in Köln, Outlook tut nicht richtig bei einem Anwender, „fahr mal hin“.
Nein, ich will zwar eh hin, aber nicht für eine Software-Geschichte. Ich versuchte es erstmal per Remote-Support und Telefon. Das lief auch einigermaßen, nur dass mein Lösungsansatz nicht erfolgreich war. Also mit dem Anwender abgestimmt, dass ich ihn besuchen käme, sobald ich in Köln wäre. Ja, schön, aber Baustellenbesuch; könnten uns verpassen. Gut, ich nehm den Bleifuß mit.
Hat trotzdem nicht geklappt… was anderes hätte mich auch gewundert. Pläne, Realität, ihr kennt das ja…
Also dann in Köln die Laptops samt nötigem Zubehör eingeladen und dann ab nach Bochum. Alles super, alles wunderbar, noch einen Schlag mehr getan als nötig und strahlende Anwender. So muss das laufen.
Aber: Ich steige grade wieder ins Auto, da klingelt das Telefon. Anwender, Baustelle in Essen, Netzwerkverbindung ist komplett weg. Ich soll vorbei kommen, schließlich hatte ich das ja auch eingerichtet. Blick auf die Uhr: kurz nach 15 Uhr. Um 16:30 musste ich den Wagen zurückgeben, den ich mir eigentlich nur für die Frankfurt-Tour vom anderen Team geliehen hatte. Trako zu Anwender: „Heute schaff ich nicht mehr, ich bin grade noch in Bochum. Morgen, um 9?“ – „Lieber 10.“ – „Okay, nehmen wir. Dann bis morgen.“
Zurück nach Duisburg, Wagen abgeben und noch ein paar Sätze mit dem alten Team quatschen. Wurde nur leider nichts draus, die meisten hatten schon Feierabend. Der Kollege, der mir den Wagen abnahm meinte dann nur noch: „Willst nicht doch lieber den Wagen behalten? Falls du morgen doch wieder nach Köln musst…“
Eigentlich war das nicht abzusehen, aber so im Rückblick hätte ich ihn besser noch nach den Lottozahlen gefragt. Also tauschten wir die Autos und ich ritt davon in den Sonnenuntergang, pardon, fuhr in den Feierabend.
Kilometerstand: ca 700…

Freitag, Essen
Kilometerstand ca 720
Ursache der Netzwerkstörung: Die LTE-Box hatte einen Stromausfall mitgemacht und bekam die Verbindung nicht wieder aufgebaut. Konfiguration prüfen, Ausfallsicherheit herstellen, alles testen, wunderbar. Mittendrin wieder ein Anruf vom Dispatcher. Ein Laptop in Köln tut nichts mehr, der Anwender muss über das Wochenende arbeiten und Dienstag dann zu einer Konferenz oder ähnlichem nach München. „Ist aber nur noch bis 12 verfügbar.“, Blick auf die Uhr, hysterisches Kichern; kurz nach 10:30.
Ist von euch schon mal jemand am späten Freitag Vormittag von Essen nach Köln über die A3 gefahren? Wenn nicht, macht es mir nicht nach. Wenn doch, hätte ich jetzt gerne meine Mitgliedskarte für den Hasskappen-Verein. Bittedanke…
In Köln angekommen (ca 790 km) erstmal Werkzeug suchen. Das Notebook musste schließlich auf und ich hatte nach Essen genau gar nichts außer ein paar Kabeln mitgenommen. Effektive Arbeitszeit knapp 30 Minuten und am Ende ein glücklicher Anwender. Nochmal kurz umgehört, ob es noch andere Schwierigkeiten gäbe; Resultat war einhelliges Kopfschütteln. Ab in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang mit Telefonkonferenz im Ohr.

Kilometerstand am Ende der Woche: ca 860 Autobahnkilometer.
Das brauche ich jedenfalls nicht öfter, aber ich fahre solche Einsätze immer noch lieber mit dem Auto als mit der Bahn. Spätestens der Laptoptransport wäre da nämlich grundlegend in die Hose gegangen.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Ausfallsituation kommende Woche etwas weniger spannend ist… Pläne, Realität, ihr kennt das ja.

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