Sinn und Unsinn und … Neujahrsvorsätze

Zum Jahreswechsel ist es mehr als üblich, sich selbst Vorsätze für das neue Jahr zu machen. Ich glaube, die Top-Scorer sind „Mehr Sport machen“, „Weniger Rauchen“ oder schlicht „Gesünder leben“.
Das war es für die meisten dann aber auch schon mit den hehren Zielen. Kaum ein Vorsatz überlebt die erste Januarwoche.

Ich habe selbst auch ein wenig Gehirnschmalz in diese Überlegungen gesteckt, trotz des Wissens um die Lebensdauer von solchen Vorsätzen.
Und dann schlug die Erkenntnis zu.
Im Berufsleben ist es weit verbreitet, Jahresziele zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter zu definieren. Diese Ziele sollen dem Grundsatz der „SMARTen Definition“ folgen. Für die, die davon noch nie gehört haben:

  • S – Spezifisch
  • M – Messbar
  • A – Akzeptiert
  • R – Realistisch
  • T – Terminiert

„Terminiert“ ist hier bitte als „mit einem Termin versehen“ und nicht im algorithmischen Sinne als „endlich“ zu verstehen.

Im Beruf haben diese Zieldefinitionen normalerweise den Zweck, die eigene Leistung zu steigern oder Qualifikationen zu verbessern; also gar nicht so unähnlich zu den typischen Neujahrsvorsätzen.
Warum also nicht mal die Vorsätze etwas weiter ausformulieren und Aufwand reinstecken? Der Aspekt der Akzeptanz der Ziele gilt einfach mal pauschal als erfüllt, geht es doch schließlich um selbstgesetzte Ziele. Also, los gehts:

Ziel 1:
Ich werde jeden Tag mindestens 1 Foto machen, mit dem ich zufrieden genug bin, dass ich es veröffentlichen würde.
Das heißt nicht, dass ich die Welt jetzt nur noch durch die Kamera betrachte. Es soll mir aber helfen, auch Kleinigkeiten zu entdecken, mich daran zu erfreuen und den „Fotografen-Blick“ schulen.

Ziel 2:
Ich werde mindestens ein Mal im Monat einen Ort oder eine Veranstaltung besuchen, den/ die ich nicht bereits ausgiebig kenne.
Da ich in den letzten beiden Jahren leider (wieder) zum ziemlichen Stubenhocker geworden bin, muss das einfach sein. Es gibt so viele schöne Orte und Events, die mir bis jetzt entgangen sind… Ich will es einfach nicht mehr verpassen.

Ziel 3:
Ich werde jeden Monat mindestens 1 kg abnehmen.
Okay, das ist jetzt ein Klischeevorsatz und auch ein Geständnis; aber wer mich kennt, weiß auch, dass es bitter nötig ist.

Ziel 4:
Jeden Monat veröffentliche ich hier im Blog wenigstens einen sinnvollen Post; nicht nur „Lebenszeichen“ oder neue Durchhalteparolen.
Verdammt nochmal, ich habe nun mal diese Plattform, dann muss ich sie auch nutzen!

Die SMART-Kriterien sind bei allen 4 erfüllt. Und auch wenn die Terminsetzung „monatlich“ bei den meisten eher unterambitioniert erscheint, kann das ganz schön knifflig werden.
Aber auch das ist eine Lehre der Zielsetzung: Nicht von 0 auf 100 sondern lieber langsam reinkommen, Gewohnheit aufbauen und wenn es tatsächlich zu niedrig angesetzt ist, nachschärfen.

Warum veröffentliche ich das eigentlich?
Könnte ich das nicht auch verfolgen, ohne euch damit auf die Nerven zu fallen?
Klar könnte ich. Aber es gibt 2 gute Gründe, das in die Welt zu posaunen:

  1. Veröffentlichung erzeugt Druck
    Vor niemandem rechtfertigt es sich leichter als vor sich selbst. Warum überleben so wenige Neujahrsvorsätze wohl die erste Woche nicht? Das würde ich euch auch empfehlen.
  2. Seid ihr schon mal mit hochgesteckten Zielen im Sinne der klassischen Vorsätze ins Jahr gestartet und habt euch dann zum nächsten Jahr hin darüber geärgert, nicht durchgehalten zu haben?
    Dann habt ihr jetzt ein Mittel an der Hand, um euch selbst bei der Stange zu halten.

Es gibt noch einen dritten Grund, aber der ist eher nicht als Hilfestellung gedacht.
So habe ich für Januar mein 4. Ziel bereits erfüllt und kann mir Zeit für die anderen drei nehmen.

Vielleicht konnte ich auch mit dem Hinweis auf das SMART-Konzept helfen und vielleicht habt ihr Lust, eure Ziele für 2020 zu teilen (Kommentarfunktion 😉 ). Wer noch unschlüssig ist, wie sie oder er im neuen Jahr an sich arbeiten kann, findet dadurch vielleicht Inspiration.

Reader Comments

  1. Lieber Falk, wie sage ich gerne: Step by Step. Dein Konzept, ich nenne es für mich mal so, gefällt mir. Ich war noch nie diejenige, die mit guten Vorsätzen bzw. Absichten in ein neues Jahr gestartet ist. Eben das Wissen um die Lebensdauer solcher „guten Gedanken“, hat mich davon abgehalten. Mit dem Start in ein NEUES Jahrzehnt wünsche ich mir allerdings einen neuen Kurs in meinem Handeln. Nach dem Motto „Beate First“, möchte ich in einigen Bereichen durchaus einen oder auch gerne mehrere Gänge zurückschalten. Ich wünsche uns beiden GUTES Gelingen und lass uns mit Gelassenheit und manchem Schmunzeln (über uns selbst) ins Jahr starten. B.

    1. Ja, etwas Selbstfürsorge ist bei aller Hilfsbereitschaft (oder auch Helfersyndrom) trotzdem Pflicht. Niemandem ist damit geholfen, wenn man sich bis zum Letzten für andere aufreibt.
      Darum sind meine Ziele auch sehr egozentrisch, damit ich an mir arbeiten kann. Vorteile für andere sind, falls sie sich dabei ergeben, eher ein Bonus. Und auch wenn eine der schlimmsten Beleidigungen für mich eigentlich „Egoist“ ist, lass es uns dieses Jahr mal durchziehen!

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