Das Schöne im Alltäglichen

Ich bin nicht sicher, wo ich dieses Motto „das Schöne im Alltäglichen sehen“ zum ersten Mal gelesen habe.
Spontan assoziiere ich das mit der Sonderausstellungsreihe zum Bauhaus-Jubiläum. Aber wo auch immer es letztlich war, die Phrase hat sich tief genug eingeprägt, um ihr nochmal ein paar Gedanken zu widmen.

Wie oft gehen wir durch die Welt ohne sie wirklich wahrzunehmen?
Ich meine jetzt nicht die Smartphone-Fixierung, die uns alle in ihren Klauen hält. Auch wenn wir mit Blick auf unsere Umgebung unterwegs sind, nehmen wir sie meinem Eindruck nach oftmals viel zu gedankenverloren wahr. Wann habt ihr zuletzt innegehalten und einfach mal die Wolken betrachtet? Kennt ihr überhaupt noch den Zeitvertreib, Gestalten in Wolken zu erkennen?

Dieses Beispiel ist nur sehr oberflächlich das, was ich eigentlich meine.
Ich finde aber leider auch nicht die richtigen Worte dafür.
Vieles ist vielleicht auch der Gewöhnung geschuldet. Wir nehmen etwas, das wir täglich sehen oder auch erleben einfach nicht mehr als etwas Besonderes wahr. Nehmen wir einen Urlaubsort… Ist man zum ersten Mal dort, ist alles neu, schön, aufregend. Kommt man nun aber jedes Jahr wieder an genau diesen Ort, kennt man ihn irgendwann und das Neue, das Besondere ist verflogen. Oder – noch drastischer – man fängt an, Mängel und Negatives zu sehen und auch als solches zu bemerken. So geht es uns eben auch an unseren regulären Wohnorten.

Das soll jetzt kein Plädoyer für weniger Urlaub oder regelmäßige Umzüge sein. Wer sich zu Hause oder an einem bevorzugten Urlaubsort wohl fühlt, soll bitte gerne weiterhin dort wohnen oder hin reisen! Da spielen noch ganz andere Aspekte eine Rolle als das Erkennen des Besonderen und Schönen.

Wofür ich aber eine Lanze brechen möchte:
Nehmen wir die Welt um uns herum einfach mal trotz aller Gewöhnung als neu wahr.
Eine Blume in einer Hecke, ein besonderes Merkmal an einem Haus wie eine auffällig gestrichene Eingangstür, eine Skulptur auf einem öffentlichen Platz… all das sind zwar augenscheinliche Kleinigkeiten, aber ich behaupte, dass sie wunderschön und besonders sein können, wenn wir uns einfach mal darauf einlassen.

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