IT Digest 2021 KW 42

Was zum…? Zwei Posts in einem Monat? Sogar in einer Woche?
Nein, ich habe keine Drogen genommen sondern ich probiere etwas aus.
Ab jetzt versuche ich, jede Woche die IT-News zusammenzufassen und hier zu veröffentlichen.

Diese Woche: Apple und Google

Diese Woche standen ohne Zweifel die Produktneuheiten von Apple und Google im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit und auch ich kann mich nicht davon freisprechen.
Machen wir es chronologisch und beginnen bei Apple am Montag.

Gemunkelt wurde schon lange, dass Apple noch etwas im Ärmel haben könnte. Viele hofften – oder schlossen aus Leaks – auf ein neues MacBook Pro.
Und neben ein paar anderen Produkten, die natürlich auch nicht ganz uninteressant waren, war es dann auch tatsächlich so.

Die Stars der nicht ganz einstündigen Show aus Cupertino waren zwei neue Modelle aus dem MBP Line up; eines mit 16 Zoll Bildschirmdiagonale und eines mit 14.
Unerwarteterweise bekommen beide Modelle auch gleich neue Prozessoren spendiert. Apple hatte ja vergangenes Jahr die Abkehr von Intel als Lieferant verkündet und die eigenen Chips namens M1 veröffentlicht. Nun kamen die Ausbaustufen Pro und Max hinzu. Das Namensschema erinnert wahrscheinlich nicht zufällig an das AirPods-Lineup und Teile der iPhones und iPads. Wobei ich mich frage, wie ein „iPad Max“ aussehen würde, misst das große iPad Pro doch fast 13 Zoll in der Bildschirmdiagonalen. Wäre das iPad Max dann bei 16 Zoll?

Es gibt ja immer wieder Wünsche nach einem Touchscreen im MacBook Pro. Auch ein Detachable wäre denkbar. Aber damit würde Apple im eigenen Markt wildern und viele MacBook-Interessierte an die Tablet-Sparte verlieren.

Zurück zu den Prozessoren…
Der „Original M1“ Chip hat hinsichtlich Performance schon einiges an Aufsehen erregt. Die beiden Ausbaustufen versprechen eine ca 4fache Leistung. Das könnte sehr sehr spannend werden.
Leider basieren die Prozessoren der M1 Reihe nicht mehr auf der gleichen Architektur für Desktops und Laptops sondern auf ARM und sind damit den Mobilgeräten ähnlicher als klassischen Laptops. Damit einhergeht, dass MacBooks (und andere Geräte mit M1-Chips) nun nativ Apps aus dem Ökosystem von iPad und iPhone ausführen können. Die Gegenrichtung, also ein ausgewachsenes MacOS Programm auf einem iPad laufen lassen – geht leider nicht. Aber da war eben schon etwas mit Wilderei im eigenen Markt.
Von den Performancegewinnen profitieren also in erster Linie Anwendungen, die schon für die neue Prozessorarchitektur umgebaut wurden. Andere Programme laufen mit einem Emulator, der naturgemäß einiges an Leistung verpuffen lässt. Dem Vernehmen nach hat Apple da aber recht gute Arbeit geleistet. Einer der wenigen Vorteile eines geschlossenen Ökosystems, vermutlich.

Sehr positiv überrascht hat mich die Entscheidung zu den Ports!
Seit Wochen geisterte schon das Gerücht herum, dass wir den MagSafe-Stromanschluss wiedersehen könnten. Nachdem Apple in den 12er iPhone Modellen schon einen gleichnamigen steckerlosen Lademechanismus verbaut hatte, haben wir nun am Montag tatsächlich den klassischen flachen magnetischen Steckplatz im MacBook Pro Gehäuse gesehen. Die letzten Modelle mit diesem Port hatte das Unternehmen im Jahre 2015 veröffentlicht (ich lasse mich hier gerne korrigieren, das waren die letzten Modelle, bei denen ich es selbst mitbekommen hatte). Daneben gibt es noch 3 USB-C Ports (wohl wie immer mit Thunderbolt auf der gleichen Schnittstelle), einen echten HDMI-Port, einen SD-Karten Slot und eine KOPFHÖRER Buchse. Was Apple in Mobilgeräten aussterben lässt, holen sie jetzt in die Flaggschiffe zurück. Gute Entscheidung! Ach ja, die Schnittstellen-Liste mag nicht für beide Modelle gelten und es gilt „Irrtum vorbehalten“.

Alles in allem hat Apple da etwas sehr ordentliches abgeliefert.

Am Dienstag war dann Google dran und obwohl schon sehr viel bekannt war – einschließlich der Gewissheit, dass es ein neues Pixel Phone sein würde und wie es aussieht – hat Google meiner Meinung nach Apple so ziemlich die Show gestohlen.

Nicht etwa durch die nahezu gleich lange Show an sich sondern eher durch die Beschränkung auf genau ein Gerät und die Art der Präsentation, die schon fast an Understatement grenzte.
Google hat genau zwei Dinge vorgestellt: Das Pixel 6 und das Pixel 6 Pro und als zweites den ersten eigenen Prozessor.

Dass dieser kommen würde, war schon seit dem Frühjahr Gewissheit, und es hätte mich ehrlich überrascht, wenn Google darauf verzichtet hätte. Immerhin hat Apple es mit dem erwähnten M1 vorgemacht und selbst der manchmal etwas schwerfällige Dinosaurier Microsoft hat zusammen mit AMD einen eigenen Prozessor geschaffen. Dabei war „WIntel“ mal das Dreamteam… ich schweife ab.

Abgesehen vom Prozessor und den massiven Leistungsverbesserungen (+370% Grafikperformance im Vergleich zum Vorgänger), die man aber eher lapidar nur auf einer Präsentationsfolie ausgeführt hat, wo bei Apple vermutlich Tim Cook persönlich die Steigerung vorgestellt hätte, gibt es recht wenig überragendes. Aber eigentlich reicht das auch schon. Die Kamera, für die die Pixel Geräte seit ihren Anfängen schon berühmt sind, wurde nochmal verbessert, die Algorithmen für Computational Photography wurden verbessert (dank des Tensor Prozessors) und die Video-Fähigkeiten wurden ausgebaut (auch dank Prozessor).

Der Preis ist für so ein High End Smartphone eigentlich noch überschaubar mit € 900 für das Pro-Modell in der kleineren Speicherausstattung.

Die Überraschungen sind nicht so vielfältig wie bei Apple und dementsprechend fällt hier auch meine Berichterstattung kürzer aus. Insgesamt fand ich die Präsentation aber grade durch die Zurückhaltung deutlich angenehmer. Okay, und vielleicht auch, weil ich Google Fan bin…

Macht euch selbst ein Bild, die Aufzeichnungen der Streams sind bei YouTube. Hier die Links: Apple Event – October 18 und Google Presents: Pixel Fall Launch (öffnen beide ein neues Fenster).


Noch etwas in eigener Sache:

Was haltet ihr von diesem Format?
Zugegeben, nach der ersten Ausgabe ist es nicht einfach, sich bereits ein Bild zu machen. Aber wenn ihr das schon habt, lasst es mich gerne über Twitter, Facebook oder am besten hier in den Kommentaren wissen. Denn wir haben ja gelernt, dass wir uns lieber nicht auf Plattformen verlassen sollten. 😉

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