Hersteller-Ökosysteme und Interoperabilität

Eigentlich ein uralter Hut, aber da ich es jetzt fast vollständig am eigenen Leib erfahre, muss ich das einfach zum Thema machen.

Wie kriegt man verschiedene Betriebssystem unter einen Hut?
Gar nicht!

Ja, es ist schon ein Elend.
Schaut man sich mal an, wie der IT-Gerätemarkt momentan so aussieht, könnte man denken, es wäre für jede/n was dabei. Da haben wir

  • Smartphones mit Android in seinen X Varianten und Versionen
  • Smartphones mit iOS von Apple
  • Tablets mit Android, auch wieder in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen
  • Tablets mit iOS
  • Tablets mit Windows 10, mal vollwertig und mal in „abgespeckter“ Variante
  • Laptops mit ChromeOS – ein recht dünner Katalog, aber dennoch am Markt
  • Laptops mit MacOS
  • Laptops mit Windows 10

Letztlich sehen wir also softwareseitig 3 Anbieter: Google mit Android und ChromeOS, Apple mit iOS und MacOS und Microsoft mit Windows.

Es gab übrigens mal, in gefühlt grauer Vorzeit, auch Smartphones mit einem Windows-Derivat. Da hatte Microsoft aber mal wieder verschlafen und kam schon nicht mehr gegen Apple und Google an. Mittlerweile schlummern die Geräte wahrscheinlich allesamt in irgendwelchen Schubladen und warten auf ihr Recycling.

An sich ist das auch alles schön und gut. Gute Auswahl an Geräten für jeden Geschmack und Geldbeutel. Das aktuelle iPad bekommt man schon für knapp über 300 Euro, kann aber auch locker 4000 Euro und mehr für Laptops ausgeben. Und man hat überall Zugriff auf seine Daten, dank der Cloud, und kann mittlerweile mit so ziemlich jeden Gerät jeden Zweck irgendwie abdecken.

Irgendwie…

Ich selbst habe ein Smartphone mit Android, ein iPad und einen Windows-Desktop; bis auf ein ChromeOS-Gerät also eigentlich den ganzen Blumenstrauß.
Es gab auch mal eine Zeit, in der ich mit MacBook und Firmen-iPhone unterwegs war. Die Integration zwischen den beiden Geräten war absolut klasse! Selbst die Integration mit den iPad wäre – hätte ich es da schon besessen – kein Problem gewesen.
Zu ähnlichen Zeiten hatte ich auch noch ein Android-Tablet im Einsatz für private Themen. Auch da klappte die Arbeit über Gerätegrenzen hinweg super, Googles Cloud und Synchronisationsfunktionen sei Dank.

Windows an meine Android-Welt anzubinden war schon etwas schwieriger. Aber wenn man sich damit arrangiert, alles Mögliche hauptsächlich über den Browser – natürlich vorzugsweise Chrome weil Google – zu machen, kommt man gut zurecht.
Windows und Apple ging dann schon noch nur rudimentär über irgendwelche Drittanbieter oder krude Konvertierungen.

Apple und Android? Lieber gehe ich Eisbaden!
Ich merke es aktuell jeden Tag auf ein Neues. Hätte ich nicht die iOS-Varianten von Googles wichtigsten Apps installiert, wären die Geräte komplett voneinander isoliert und ich hätte mir das iPad wahrscheinlich gar nicht erst gegönnt. Das Problem ist nur, dass es zumindest in Deutschland momentan kein wirklich vernünftiges Android-Tablet gibt. Das vielversprechendste Gerät mit Google-Betriebssystem läuft übrigens auf ChromeOS und läuft vielen Tests zufolge genauso rund wie ein Sack Schrauben.


Liebe Hersteller!

Ich verstehe sehr gut, dass Ihr Umsatz machen wollt und Eure eigenen Produkte bei uns Kunden platzieren möchtet.

Aber es kann doch nicht in Eurem Interesse sein, dass die Kundenfreundlichkeit und -Zufriedenheit unter Eurem Silo-Denken leidet!
So hält man keine Kunden, das ist Marketing-Grundwissen!
Das wäre ungefähr so, wie wenn ich mein Auto von Ford nur mit Benzin von Shell tanken könnte.

Es gibt genug offene (im Sinne von „freie“) Standards für Dateiformate, Schnittstellen zur Datenübertragung ebenfalls. Warum muss es immer wieder was eigenes sein? Lizenzkosten von den Mitbewerbern einheimsen, damit sie Eure Pseudo-Standards unterstützen? Wir als Eure Kunden und unsere Zufriedenheit sollten im Fokus stehen. Schließlich sind wir es doch, die letzten Endes die Mehrheitsfinanzierung Eurer Gehälter leisten.

Eine ironische Randnotiz noch:
Das kompatibelste Stück Hardware in meiner Sammlung kommt von Microsoft, dem ehemaligen Sinnbild für Silodenken. Es geht also schon, wenn man nur will oder aus Sorge um die Marktanteile muss.

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