Sinn und Unsinn und Riesenmonitore

Bei Monitoren scheint es in bestimmten Kreisen seit einiger Zeit einen Trend zum Dritt- oder sogar Viertmonitor in Form eines Fernsehers (40 Zoll Diagonale oder noch mehr) zu geben. Dieser wird dann auch gerne noch prominent über dem Schreibtisch und den den anderen Monitoren platziert.

Ich kann mich selbst zwar auch nicht von diesem Hang zu mehreren Monitoren freisprechen (3 Stück), aber vier?! Das ist etwas arg viel für mein Empfinden. Warum? Einfach weiterlesen…

Bevor ich das ganze Konstrukt zerlege, will ich nochmal kurz die Vorteile mehrerer Monitore zusammenfassen.
Zum einen ist da der Stil-Faktor, für wen es zutrifft.
Außerdem gibt es noch einen durchaus praktischen Nutzen. Software-Entwickler können auf einem der Bildschirme am Quellcode arbeiten und auf dem anderen direkt live testen; Journalisten haben ihr Quellenmaterial auf einem und den eigenen Artikel auf der anderen Seite; Gamer und Let’s-Play-Streamer können ihren Kanal und Chat auf einem Monitor verfolgen und haben das Spielgeschehen auf dem anderen; Fotografen bei der Nachbearbeitung können sich das aktuelle Bild und die Ergebnisse direkt ansehen und müssen nicht hin und her wechseln. Die Gründe sind vielfältig wie Sand am Meer.

Ein dritter Monitor bringt in gewissen Szenarien nochmal eine Steigerung, in der Regel wird es dann aber schon eher ablenkend. Links Twitter, rechts Facebook oder verschiedene Messenger und in der Mitte was auch immer man grade aktiv bearbeitet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie oft der Blick dann von der virtuellen Werkbank nach links oder rechts wandert.

Monitor Nummer 4 (der Fernseher) ist dann definitiv zu viel für die gleichzeitige Benutzung. Benutzt man ihn nur in wenigen besonderen Fällen und dann auch exklusiv, weil man nur die Größe braucht, würde ich nicht mehr von einem Mehr-Monitor-Setup sprechen. Die Ausrede „wenn ich etwas darauf habe, benutze ich die anderen Monitore ja nicht und kann mich besser konzentrieren“ zieht irgendwie auch nicht. Einer der anderen Monitore war doch sicher auch so schon der primäre Monitor.

Also, Konzentration oder Fokussierung sind keine Gründe für eine sprichwörtliche Leinwand am Arbeitsplatz.
Was außerdem noch dagegen spricht, ist die Positionierung. Meistens sehe ich die Fernseher-Monitore eben über der 2er oder 3er Kombination auf dem Schreibtisch. Bei einem Standardschreibtisch mit einer Tiefe von ca 70 bis 80 cm und einer Höhe der Fernseherunterkante von min. 50 cm über der Tischplatte muss man sich schon recht weit zurücklehnen, um das Bild halbwegs vollständig vor Augen zu haben. Oder man legt zumindest den Kopf in den Nacken. Beides nicht grade ergonomisch sinnvoll oder gesund.

Also, sinnvoll oder Unfug?
Ich sehe es etwas gemischt. Sollte mir jemand einen sinnvollen Einsatzzweck darstellen können, bitte sehr gerne in den Kommentaren. Ansonsten sind die 40 Zoll „Overhead-Monitore“ für mich blanke Geldverschwendung.

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