Gesetzliche Impfpflicht

Es war vorhin mal wieder soweit… Mir ist das Meinungsfass übergelaufen.
Der folgende Text stammt aus meiner eigenen Facebook-Chronik und kommt jetzt noch zusätzlich hier hin, damit ich ihn irgendwann mal wieder finden kann. (Den Facebook-Rant erspare ich uns…)

Es geht um Impfgegner-Eltern und die am Wochenende durch die Medien getriebene Idee einer gesetzlichen Impfpflicht.
Ich würde darum bitten, nach Möglichkeit die Diskussion zu Facebook zu verlagern, damit ich nicht dort und hier die Kommentare überblicken muss und dann letztlich nur einzelne Fäden durcheinander bringe. Ich lasse die Kommentarfunktion aber offen für alle, die keinen Account beim „blauen Riesen“ haben.

(Zeitpunkt der Veröffentlichung auf Facebook: 06.05.2019 08:56, Link zum Original-Post: https://www.facebook.com/trakonor.dharokhor/posts/1999180333526112)


Wie jetzt alle auf die ins Spiel gebrachte Impf-Pflicht abheben… Sorry, der Punkt, an dem ich meine Klappe nicht mehr halten ist, ist jetzt erreicht.

Ja, es mag vielleicht ein gewisses gesundheitliches Risiko bei einer Impfung geben. Das kennt jeder, der schon mal eine Grippeimpfung bekommen hat. Der Bereich rund um die Einstichstelle kann anschwellen, es kann zu grippeartigen Symptomen kommen und weiß der Geier was noch. Ich habe lange keine mehr abgeholt, ich kenne die Belehrung nicht aus dem Kopf.
Dass Impf-Nebenwirkungen verstärkt auftreten, wenn das Immunsystem schon angeschlagen ist – chronisch oder akut – ist nur logisch. Ein sprödes Tau hält auch nicht mehr den gleichen Belastungen stand wie direkt nach der Fertigung.

Die Horrorszenarien mit Autismus halte ich für übertrieben. Da ich mir absolut sicher bin, dass diesen Post auch Impfgegner lesen: Bitte kommentiert mal eure Quellen für, beispielsweise, „Autismus durch Impfung von Kindern“. Und bitte WIRKLICH die QUELLEN, nicht irgendwelche Kommentare „such halt selbst“ oder „Google ist dein Freund“. Das ist dann auch nur Hörensagen und keine qualifizierte Information. Die Wahrscheinlichkeiten für solche Nebenwirkungen liegen meiner Vermutung nach niedriger als ein Lottogewinn.

Und, wer mich kennt, weiß, wie gerne ich mit dem Grundgesetz argumentiere:
In Artikel 6, Absatz 2 heißt es
„(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“
(Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html)
„Pflege“ ist hier das Ausschlaggebende. Das bedeutet Sicherstellung des Wohlehrgehens des Kindes. Dass jetzt eine gesetzliche Impfpflicht oder der Ausschluss von bestimmten Institutionen für nicht geimpfte Kinder im Raum steht, ist also vollumfänglich verfassungsgemäß mit dem zweiten Satz „Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft“.

Ja, es mag Gründe geben, aus denen ein Kind nicht geimpft werden DARF oder KANN. Das sind aber wohl in der Regel ebenfalls medizinische/ gesundheitliche Gründe, die noch ganz andere Sorgen mit sich bringen.

Also, liebe Impfgegner-Eltern. Lasst das Fass schön zu, meiner (!) Meinung (!!) nach, gibt es keine wirkliche Begründung, einem Kind die Impfungen vorzuenthalten. Ein Kind hat bis zu einem gewissen Alter noch keine Vorstellung vom Konzept „Krankheit“ und merkt nur, dass etwas nicht stimmt. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Windpocken… und da war ich schon in der Schule und hatte dementsprechend ein etwas klareres Verständnis, was da passiert. Für Kinder in Kindergarten oder Grundschule ist das einfach nicht nachvollziehbar und die fahrlässige bis mutwillige Exposition (oder auch vorsätzliche, Stichwort „Infektionsparty“) halte ich für an der Grenze zur Misshandlung von Schutzbefohlenen (vgl. §225 Strafgesetzbuch). Die Gefährdung anderer Kinder oder nicht geimpfter Erwachsener geht dann in den Bereich Körperverletzung…

Zu guter Letzt, der gesunde Menschenverstand:
Wie viele Menschen sind gegen die klassischen Kinderkrankheiten geimpft worden ohne drastische Folgeschäden? Wie gefährlich ist Impfen also statistisch gesehen?

Und noch eines, weil ich es eben unter einem ähnlichen wenn auch deutlich kürzeren Post gelesen habe:
Hier jetzt irgendwelche Nazi-Vergleiche wegen des Ausschlusses von nicht geimpften Kinden anzustellen, zeugt nur davon, dass man sich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hat oder beschäftigen will.
Meine Aufforderung zur Diskussion steht, meine Argumente pro Impfung und an sich auch pro Impfpflicht liegen auf dem Tisch.
Macht was draus…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.