Sinn und Unsinn

Sinn und Unsinn und … Neujahrsvorsätze

Zum Jahreswechsel ist es mehr als üblich, sich selbst Vorsätze für das neue Jahr zu machen. Ich glaube, die Top-Scorer sind „Mehr Sport machen“, „Weniger Rauchen“ oder schlicht „Gesünder leben“.
Das war es für die meisten dann aber auch schon mit den hehren Zielen. Kaum ein Vorsatz überlebt die erste Januarwoche.

Ich habe selbst auch ein wenig Gehirnschmalz in diese Überlegungen gesteckt, trotz des Wissens um die Lebensdauer von solchen Vorsätzen.
Und dann schlug die Erkenntnis zu.
Im Berufsleben ist es weit verbreitet, Jahresziele zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter zu definieren. Diese Ziele sollen dem Grundsatz der „SMARTen Definition“ folgen. Für die, die davon noch nie gehört haben:

  • S – Spezifisch
  • M – Messbar
  • A – Akzeptiert
  • R – Realistisch
  • T – Terminiert

„Terminiert“ ist hier bitte als „mit einem Termin versehen“ und nicht im algorithmischen Sinne als „endlich“ zu verstehen.

Im Beruf haben diese Zieldefinitionen normalerweise den Zweck, die eigene Leistung zu steigern oder Qualifikationen zu verbessern; also gar nicht so unähnlich zu den typischen Neujahrsvorsätzen.
Warum also nicht mal die Vorsätze etwas weiter ausformulieren und Aufwand reinstecken? Der Aspekt der Akzeptanz der Ziele gilt einfach mal pauschal als erfüllt, geht es doch schließlich um selbstgesetzte Ziele. Also, los gehts:

Ziel 1:
Ich werde jeden Tag mindestens 1 Foto machen, mit dem ich zufrieden genug bin, dass ich es veröffentlichen würde.
Das heißt nicht, dass ich die Welt jetzt nur noch durch die Kamera betrachte. Es soll mir aber helfen, auch Kleinigkeiten zu entdecken, mich daran zu erfreuen und den „Fotografen-Blick“ schulen.

Ziel 2:
Ich werde mindestens ein Mal im Monat einen Ort oder eine Veranstaltung besuchen, den/ die ich nicht bereits ausgiebig kenne.
Da ich in den letzten beiden Jahren leider (wieder) zum ziemlichen Stubenhocker geworden bin, muss das einfach sein. Es gibt so viele schöne Orte und Events, die mir bis jetzt entgangen sind… Ich will es einfach nicht mehr verpassen.

Ziel 3:
Ich werde jeden Monat mindestens 1 kg abnehmen.
Okay, das ist jetzt ein Klischeevorsatz und auch ein Geständnis; aber wer mich kennt, weiß auch, dass es bitter nötig ist.

Ziel 4:
Jeden Monat veröffentliche ich hier im Blog wenigstens einen sinnvollen Post; nicht nur „Lebenszeichen“ oder neue Durchhalteparolen.
Verdammt nochmal, ich habe nun mal diese Plattform, dann muss ich sie auch nutzen!

Die SMART-Kriterien sind bei allen 4 erfüllt. Und auch wenn die Terminsetzung „monatlich“ bei den meisten eher unterambitioniert erscheint, kann das ganz schön knifflig werden.
Aber auch das ist eine Lehre der Zielsetzung: Nicht von 0 auf 100 sondern lieber langsam reinkommen, Gewohnheit aufbauen und wenn es tatsächlich zu niedrig angesetzt ist, nachschärfen.

Warum veröffentliche ich das eigentlich?
Könnte ich das nicht auch verfolgen, ohne euch damit auf die Nerven zu fallen?
Klar könnte ich. Aber es gibt 2 gute Gründe, das in die Welt zu posaunen:

  1. Veröffentlichung erzeugt Druck
    Vor niemandem rechtfertigt es sich leichter als vor sich selbst. Warum überleben so wenige Neujahrsvorsätze wohl die erste Woche nicht? Das würde ich euch auch empfehlen.
  2. Seid ihr schon mal mit hochgesteckten Zielen im Sinne der klassischen Vorsätze ins Jahr gestartet und habt euch dann zum nächsten Jahr hin darüber geärgert, nicht durchgehalten zu haben?
    Dann habt ihr jetzt ein Mittel an der Hand, um euch selbst bei der Stange zu halten.

Es gibt noch einen dritten Grund, aber der ist eher nicht als Hilfestellung gedacht.
So habe ich für Januar mein 4. Ziel bereits erfüllt und kann mir Zeit für die anderen drei nehmen.

Vielleicht konnte ich auch mit dem Hinweis auf das SMART-Konzept helfen und vielleicht habt ihr Lust, eure Ziele für 2020 zu teilen (Kommentarfunktion 😉 ). Wer noch unschlüssig ist, wie sie oder er im neuen Jahr an sich arbeiten kann, findet dadurch vielleicht Inspiration.

Sinn und Unsinn

Sinn und Unsinn und… Feuerwerk

Alle Jahre wieder, konkret zum Jahresende, kommt die Diskussion „Feuerwerk ja oder nein“ hoch.
Die klassischen Medien treiben die Sau wieder durch ihre Dörfer, die Netzwerke strotzen vor Posts aller Art der Pro- und auch Contra-Seite mit allen möglichen vernünftigen Argumenten wie auch hysterischem Geschrei – aus beiden Lagern gleichermaßen.

Zeit, dass ich mich da mal einklinke…

Zwei Dinge seien noch vorab geklärt:
1. Es heißt – laut Duden, bevor hier jemand meint, mehr Klugscheißer zu sein als ich – Silvester, mit I. Andere Schreibweisen (mit Y) bezeichnen nicht den 31. Dezember. Für manche mag auch „Saufvester“ angemessen sein, aber das ist für diesen Post nicht weiter relevant.
2. Ich gehöre zur Fraktion „Feuerwerk? Nein, danke!“

Warum lehne ich Feuerwerk zu Silvester mittlerweile ab?
Aus zwei Gründen.
Erstens – der Trivialere von beiden – ist mir das schlicht zu teuer für ein paar Minuten Krach und bunte Lichter. Oh, ansehen kann ich mir das ohne großes Zögern. Brennt man jedoch selbst Feuerwerk ab, hat man meist wenig davon und bespaßt nur andere. Und ganz ehrlich, da genieße ich lieber den Anblick in gesundem Egoismus.
Zweitens habe ich Haustiere und für Tiere ist das jährliche Silvester-Feuerwerk in allen Straßen einfach nur Stress. Daran kann ich mich nicht guten Gewissens beteiligen. Wir werden am 31. für unsere Katzen wieder Verstecke bauen, ab 23 Uhr die Fenster geschlossen halten und Ruhe verbreiten, damit unser kleiner Angsthase sich nicht wieder eine Woche lang mit nervösem Zucken bei jedem kleinen Geräusch rumschlagen muss.

Nur, damit wir uns richtig verstehen: Ja, ich gehöre zur Contra-Fraktion. Aber ich will auch niemandem den Spaß am Feuerwerk nehmen.
Und ich wäre nicht ich selbst, wenn ich mir da nicht weitere Gedanken zu machen würde.

Es gibt beide Fraktionen in jedem Ort und jeder Nachbarschaft.
Liebe Feuerwerksfreunde, was wäre so schlimm daran, euch mit Gleichgesinnten an einem bestimmten Ort zu treffen und dort eurer Leidenschaft zu frönen? Dieser kann meinetwegen zentral gelegen sein, sodass ihr alle relativ einfach dort hin kommt. Ich denke da an Parks, öffentliche Plätze (Marktplätze, Parkplätze, …) oder vergleichbares. Tiere haben dann in der Umgebung aber bitte nichts zu suchen. Haustiere von Anwohnern haben dann zwar das Nachsehen, aber das haben sie (und wir) eh schon, wenn vor der Haustür rumgeballert wird.
Wir Feuerwerksverweigerer können dann immer noch in doppelter Dankbarkeit dem Spektakel zusehen ohne unsere Fellnasen oder was auch immer sich das Heim mit uns teilt beruhigen zu müssen.
Damit wäre beiden Fraktionen geholfen, finde ich.

Und was ist mit den Verweigerern, die das ganze aus Umweltschutzbedenken heraus ablehnen?
Nun, dafür habe ich keine Lösung anzubieten. Feuerwerk ist von Haus aus eine Umweltsünde und solange es kein generelles Verbot gibt, wird sich das nicht ändern. Daumen hoch für die Luftreinhalter, aber ihr seid (leider) in der Unterzahl und steht auf verlorenem Posten.
Jedoch würde mein Gedanke mit der Konsolidierung der „Knallflächen“ auch dazu beitragen. Hat jemand noch nicht die Abfallberge am Neujahrsmorgen gesehen? Dann geht nächste Woche mal am Neujahrsmorgen spazieren. Durchweichte Pappe, Papier, Plastikfolien und -Kappen säumen Straßen und Gehwege. Der Spaß ist vorbei und die wenigsten kümmert es dann noch. Die Stadtreinigung darf sich mit dem Hinterlassenschaften rumschlagen. Durch die Chemikalien ist das auch nicht nur einfacher Papiermüll, der ins Recycling könnte, sondern meines Wissens besonders zu behandelt.
Das Folgende wird auch auf noch mehr Widerstand stoßen als die Idee mit der Verlagerung an sich schon. Diese öffentlichen Feuerwerksplätze könnten von öffentlicher Seite, zum Beispiel vom Ordnungsamt, kontrolliert werden. Beim Betreten wird erfasst, wer wie viel Feuerwerk mitbringt, und wieder gehen darf nur, wer nachweislich mindestens die Menge des eigenen Mülls wieder mitnimmt. Das wird zwar auch nicht alles von den Plätzen schaffen, aber da dann eh alles an einem Ort ist, hat es die Stadtreinigung leichter.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Ordnungsamt bürdet das zwar eine Sonderschicht auf, aber auch dafür gibt es sicher Lösungen (rotierende Schicht, Sonderzulage im Gehalt, zusätzliche freie Tage – nur ein paar Beispiele).

Ich sehe da, außer dem erhöhten Aufwand des „Anreisens“ für Feuerwerkfans und der eventuellen Kontrolle der Plätze, keine wirklichen Nachteile. Und die Vorteile für die Gesamtheit der Gesellschaft (weniger Dreck, weniger Lärm) überwiegen meiner Meinung nach ganz klar.
Wenn ihr das anders seht, lasst uns in den Kommentaren diskutieren!

Und getreu dem Motto „Sharing is caring“: Greift das hier ruhig auf, teilt es kräftig und vielleicht erleben wir ja schon zum Jahreswechsel 2020/21 in der einen oder anderen Gemeinde diese Änderungen. Für 2019/20 wird das wahrscheinlich nicht mehr klappen.

Gemecker

Laut und „dumm“

Ich bin ja mal gespannt, wann ich irgendwem genug auf die Zehen gestiegen bin, damit meine Seite vom Netz geklagt wird. Lange kann es nach diesem Post eigentlich nicht mehr dauern. Andererseits wird auch dieses Mal niemand direkt persönlich angegriffen. Ach so, vielleicht wäre es noch hilfreich, ein paar Stichworte zum heutigen Mecker-Thema loszulassen. Dass ihr da nicht selbst drauf kommt… tse.

Es geht um Narzissten (nicht zu verwechseln mit meinem Lieblingsgegnern, den Nazis; auch wenn es da durchaus Parallelen geben mag) und Beobachtungen von Dunning-Kruger-Effekt-Geplagten (siehe oben).
Ah, und wer im vorigen Absatz den Finger gehoben hat und sich angegriffen fühlte: Willkommen in der Welt der Dunning-Krugers!

Sinn und Unsinn

Sinn und Unsinn und … E-Scooter

Wieder mal ein Thema, um sich kräftig in die Nesseln zu setzen. Aber schön der Reihe nach.

In den Medien wurden und werden sie gehypet: E-Scooter. Oder meinetwegen auch „E-Tretroller“, „E-Roller“ oder was auch immer. Hauptsache es hat einen Lenker, Standfläche, Elektromotor und Akku. Der neue Trend in der innerstädtischen Mobilität.
Nachdem ich jetzt 3 Projektwochen in Hamburg inmitten dieser Dinger verbracht habe, erlaube ich mir einen skeptischen Blick.

Gemecker

Medien, Hektik, Meinungen, Fakten – Wenn Sauen durch Dörfer getrieben werden…

Nachrichten in „Sozialen Netzwerken“ und anderen digitalen Kanälen… Frust und Freude gleichermaßen.
Ein – zumindest im Ruhrgebiet – grauer Samstagvormittag ist die perfekte Zeit, sich da mal Gedanken zu machen.

Bevor wir in den Inhalt starten, ein kleiner Hinweis für alle, die über Facebook, Twitter oder sonst was hier her gelangt sind.
Ja, ich nutze selbst „Soziale Netzwerke“ und das auch mit einem gewissen Maß an Begeisterung.
Ja, dieser Post ist bei den Klassikern dieser Netze veröffentlicht.
Darum bilde ich mir auch ein, einigermaßen Ahnung von dem zu haben, was ich hier kritisiere.
Das ist wie beim Impfen, wo man auch eine Abwandlung dessen benutzt, wovor man sich schützen möchte, um sich davor zu schützen. (hatte ich erwähnt, dass ich Impfbefürworter bin? Ja…)
Und noch eine Bitte: Statt Kommentare bei Facebook oder Antworten auf den Tweet zu schreiben, nutzt bitte die Kommentarfunktion hier. Sorgt für mehr Überblick.

Also gut… wie angedeutet, geht es hier dieses Mal um „Soziale Netzwerke“ insgesamt und allgemein und das Verhalten vieler (!) in etwas konkreterer Hinsicht.
Warum schreibe ich eigentlich „Soziale Netzwerke“, also mit Anführungszeichen? Es geht hier nicht nur um ein oder zwei konkrete Plattformen – das hier ist schließlich rein technisch betrachtet auch eine solche – sondern um das Konzept dahinter. Ob die Ausprägung, die man nutzt, nun Facebook, Twitter oder Knackwurst heißt ist für das Konzept ziemlich egal.

Es geht um das Teilen von Inhalten, entweder selbst erstellt (ideal) oder von anderen (riskant), jeder Art. Ursprünglich sollte es immer nur um einen selbst gehen; das Teilen von Erinnerungen an Erlebnisse mit Freunden und Familie sei mir hier mal das Paradebeispiel. Doch wie es mit Medien nun mal ist, die Betreiber müssen Geld verdienen, damit der Dienst weiter läuft. Und das ist nicht erst seit den digitalen Medien so. Eine Zeitung muss gedruckt werden (Papier, Druckerschwärze, Betrieb der Maschinen); Radiosender brauchen ihre Sendetechnik, Fernsehsender noch bedeutend mehr.
Ach ja, die Inhalte… die kommen bei den klassischen Medien Zeitung, Radio, TV noch auf die Kosten oben drauf. In den „Sozialen Netzen“ sind wir Nutzer diejenigen, die die Masse der Inhalte produzieren (sollten).
Medien verdienen ihr Geld seit je her durch Werbung und da sind unsere „heißgeliebten“ Digitalen auch keine Ausnahme. Die klassischen hängen sich da gerne mit dran und veröffentlichen ihre Inhalte neben den eigenen Kanälen auch in den Digitalen. Dadurch kommen – so die Erwartung – mehr Leute auf die selbst betriebenen Plattformen, sehen die dort geschaltete Werbung und treiben damit die Einnahmen von Werbekunden für die Medien hoch. Meiner Meinung nach völlig legitim.

Solange das mit Maß und Bewusstsein betrieben wird macht das auch nichts. Das Problem ist die den Menschen innewohnende Gier und Sensationslust.
Bei den klassischen Medien resultiert das in der Denkweise „Wenn wir als erste über etwas berichten, kriegen wir die meisten Besucher auf unsere Website und damit die dicksten Werbeeinnahmen“. Wir als Nutzer werden also entsprechend geködert: Reißerische Überschriften, Anrisstexte, vielleicht auch unsere Sensationslust bedienende Bilder. Stichwort „Clickbait“, schon mal gelesen?
Diese Methoden funktionieren teilweise auch offline bei Printausgaben. Es gibt eine (nach Auflage) große Zeitung in der deutschen Medienlandschaft, die inhaltlich und dem Umfang nach eher dünn ist und dieses reißerische Konzept seit Jahrzehnten wirtschaftlich erfolgreich umsetzt. Der Inhalt beschränkt sich jedoch eher auf die Oberfläche anstatt auf tiefergehende Analysen und Berichterstattungen. Jeder kennt sie, viele lesen sie, ich nenne sie nicht mal beim Namen; stattdessen nur ein Zitat aus einem Songtext:

[…]

Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,

Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.

[…]

Die Ärzte – „Lasse redn“

Den Sportteil und die Werbung haben sie nicht erwähnt, aber beides trägt auch nicht unbedingt zur Meinungsbildung über tagesaktuelles Geschehen bei. Insofern braucht beides eigentlich keine Erwähnung, weder im Lied noch hier in meinem Kontext.

Nachdem nun die Zusammenhänge zwischen Clickbait, Sensationsgeilheit und Umsatzzahlen geklärt sind, stellt sich als nächstes die Frage, was das mit uns als Nutzern zu tun hat. Ich beschränke mich gleich auch gerne wieder auf „Soziale Netze“/ Digitalen.
Vor dem Aufkommen der Digitalen war es so, dass man abends die redaktionell aufbereiteten Nachrichten („Tagesschau“ oder „ZDF heute“) serviert bekam. Am nächsten Morgen gab es die Hintergründe, neueste Erkenntnisse und weitere Informationen dazu dann aus der Tageszeitung. Alles in allem war die Informationsvermittlung deutlich langsamer. Das war über Jahrzehnte so und nicht schlecht. Gehen wir ein paar Jahrhunderte zurück: Nachrichten verbreiteten sich in der Bevölkerung nur durch Reisende. Und Reisen waren beschwerlich und langwierig.

Ich gebe zu, dass ich froh darüber bin, Nachrichten heute schneller zu bekommen.
Aber schnell heißt eben auch nicht zwangsläufig gut. Das ist wie mit dem Verhältnis aus Qualität, Kosten und Aufwand/ Zeit. Man kann etwas in guter Qualität und schnell bekommen, zahlt dafür aber entsprechend mehr (was per se für viele schlecht ist). Oder man zahlt weniger und nimmt entweder Einbußen in Qualität oder Dauer in Kauf.
Es braucht ein Gleichgewicht dieser drei Aspekte. Dieses Gleichgewicht fällt für jeden Medienkonsumenten unterschiedlich aus. Um in diesem Bild des Dreiecks zu bleiben: Ich bin durchaus damit zufrieden, wenn ich am Folgetag eines Ereignisses eine fundierte Analyse lesen kann nachdem ich dafür gezahlt habe, dass die Journalisten vernünftige Arbeit gemacht haben. Kostenlos nehme ich diese Infos gerne erst nach 2 Tagen oder länger, je nachdem, wie viel Aufwand in die Berichterstattung fließt.

Und hier beginnt das große Problem der Digitalen.
Neuigkeiten werden schnellstmöglich und mit der Optimierung auf Reichweite, sprich „Teilbarkeit“, rausgepumpt. Ein Bericht über etwas, das vor 5 Minuten passiert ist, kann einfach keine umfassende Analyse bieten (außer, man wusste im Vorfeld, was passieren würde; das wird aber wohl niemand ernsthaft einem seriösen Journalisten unterstellen wollen, oder?). Die Masse dieser „Berichte“ sind dann also nur die Schlagzeile, ein Bild und ein Stapel Mutmaßungen. Diese Inhalte gehen in die „Sozialen Netze“, werden von der sensationsgeilen Masse geteilt; natürlich schön in der vorgefertigten reißerischen Form mit Bild und den ersten paar Sätzen. Die Mühe, wirklich reinzuschauen und zu lesen, macht sich kaum jemand. Man will die Neuigkeit schnellstmöglich weiter verbreiten, um selbst ein Stück vom Reichweitenkuchen zu bekommen und im eigenen Netzwerk etwas zu gelten. Auch das ist ein vielen Menschen innewohnender Trieb: sich gegenüber anderen zu profilieren.

Dieses blinde Nachplappern sehe ich aus zwei Gründen problematisch.
1. Es erfolgt keine Prüfung durch uns selbst, wie es um die Sachlichkeit, Richtigkeit, Neutralität etc der Nachricht bestellt ist.
2. Sobald das Thema „abkühlt“ und das nächste Ding rauskommt, wird nicht mehr nachgehakt.

Es gibt für beides Lösungen.
Die oberste Regel sollte, wie bei vielem, sein: „Ruhe bewahren!“
Nicht alles, was am metaphorischen anderen Ende der Welt passiert, hat Auswirkungen auf unser Leben. Das ist der Sack Reis in China oder der mexikanische Kaktus aus den entsprechenden Sprichwörtern.
Die Sache mit der Prüfung – Nr. 1 im vorigen Absatz – lässt sich damit schon gut abdecken. Einfach mal hingehen, die verteilte Information wirklich lesen und auch andere Quellen versuchen anzuzapfen. Keine Nachrichtenseite berichtet exklusiv über etwas, dem vorher zerpflückten Wettbewerb sei Dank.
Hat man dann aus verschiedenen Richtungen die Berichterstattungen zusammen, kann man die Fakten recht leicht rausfiltern. Was in allen Meldungen gleich ist, hat das höchste Realitätspotential. Einfache Schnittmenge, fertig…
Das gleiche gilt für Meinungen – in klassischen Medien unter den Namen „Kommentar“, „Editorial“, „Kolumne“ oder für etwas ironischere Inhalte auch mal „Glosse“ bekannt. Diese als Fakten zu übernehmen und zu verbreiten ist schon beinahe gefährlich. Da gibt es keine Fakten, vielleicht noch ein auslösendes Ereignis. Eigentlich sollten solche Inhaltsarten auch entsprechend gekennzeichnet sein; das erfolgt leider nicht immer und erfordert obendrein auch noch die Beschäftigung mit dem Inhalt, wie auch die Bildung der „Fakten-Schnittmenge“ bei den Neuigkeiten.
Dabei ist das heute dank der Digitalen so einfach. Es gibt im Internet jede Menge News-Sammler, allen voran Google News. Wenn man es dann noch schafft, auf das Veröffentlichungsdatum zu achten und nicht ein Thema von vor dem Kartoffelkrieg oder kurz nach Erfindung des Rades als brandaktuell ansieht, ist man schon verdammt weit vorne.
Für den Faktencheck gibt es mittlerweile auch sehr gute Hilfestellungen im Netz (Mimikama sei hier mal als Beispiel genannt, wenn ich schon mit „Sozialen Netzen“ einsteige).

Nummer 2 wird uns nicht immer leicht gemacht, zugegeben.
Aber wenn einem ein Thema wichtig genug ist, Nachrichten darüber zu teilen, sollte man meiner Meinung nach auch den Aufwand betreiben können, sich weiter über das Thema und dazu gehörende Neuigkeiten auf dem aktuellen Stand zu halten.
Das ist für viele natürlich lästig, verständlicherweise. Aber, Leute, ihr übernehmt mit dem Weiterverbreiten eine gewisse Verantwortung. Werdet dieser gerecht und helft anderen, die sich auf euch verlassen. Oder seid ihr wirklich so unselbständig, dass ihr einfach nur Nachplappern könnt?

Wir alle sehen uns als aufgeklärte Bürger. Wir alle haben die Möglichkeiten, uns Informationen zu beschaffen. Es ist leichter als je zuvor, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu überprüfen.
Diese Möglichkeiten sollten wir nutzen. Und das vorbehaltsfrei. Auch eine kleine Nischenwebsite kann korrekte Informationen haben. Wir müssen uns alle nur die Arbeit machen, uns WIRKLICH mit etwas zu beschäftigen.

NachDENKEN statt Nachplappern… wenn ihr etwas mit ins Wochenende nehmt, dann bitte das.

Durchgehalten? Super, danke… Reaktionen, wie oben geschrieben, bitte hier in die Kommentare.
Achtung: Kommentare werden von mir gelesen bevor sie erscheinen. Da ich diese Seite betreibe, bin ich auch dafür verantwortlich, dass der Umgang hier vernünftig bleibt.

Gemecker

Gesetzliche Impfpflicht

Es war vorhin mal wieder soweit… Mir ist das Meinungsfass übergelaufen.
Der folgende Text stammt aus meiner eigenen Facebook-Chronik und kommt jetzt noch zusätzlich hier hin, damit ich ihn irgendwann mal wieder finden kann. (Den Facebook-Rant erspare ich uns…)

Es geht um Impfgegner-Eltern und die am Wochenende durch die Medien getriebene Idee einer gesetzlichen Impfpflicht.
Ich würde darum bitten, nach Möglichkeit die Diskussion zu Facebook zu verlagern, damit ich nicht dort und hier die Kommentare überblicken muss und dann letztlich nur einzelne Fäden durcheinander bringe. Ich lasse die Kommentarfunktion aber offen für alle, die keinen Account beim „blauen Riesen“ haben.

Sinn und Unsinn

Sinn und Unsinn und Riesenmonitore

Bei Monitoren scheint es in bestimmten Kreisen seit einiger Zeit einen Trend zum Dritt- oder sogar Viertmonitor in Form eines Fernsehers (40 Zoll Diagonale oder noch mehr) zu geben. Dieser wird dann auch gerne noch prominent über dem Schreibtisch und den den anderen Monitoren platziert.

Ich kann mich selbst zwar auch nicht von diesem Hang zu mehreren Monitoren freisprechen (3 Stück), aber vier?! Das ist etwas arg viel für mein Empfinden. Warum? Einfach weiterlesen…

Dienstreisetips

Was muss unbedingt mit? Teil 01 – Mehrfachsteckdose

Dienstreisen bieten, egal wie lang sie gehen, mehr als genug Potential für Verbesserungen und leider auch nahezu katastrophale Fehlschläge. Das reicht vom einfachen Vergessen von Sachen bis hin zur spontanen Frage, wo man die Nacht verbringen soll.
Diese Reihe widmet sich den Dingen, die man gerne mal übersieht oder die einem das Leben on Tour angenehmer und leichter machen.